Gregors sechster Fasten-Wanderbericht

Langsamkeit, Meer und das Leben

„In zwanzig Jahren wirst du eher darüber enttäuscht sein, was du nicht gemacht hast, als was du gemacht hast. Hole den Anker ein und segle hinaus aus dem sicheren Hafen. Erforsche, träume, entdecke.“
(Mark Twain)

10_wildes meerAlles begann damit, dass ich gemütlich mit dem Zug in den Süden reiste. Wir standen lange an der slowenisch kroatischen Grenze, durchquerten dann Wälder und ich genoss es sehr mit einer so gemächlichen Geschwindigkeit zu reisen. Die Fenster des „Schnellzugs“ konnte man noch öffnen. Ich streckte immer wieder den Kopf in die warme Luft hinaus und ließ mir die Sonne ins Gesicht scheinen. Es war nicht nur eine ruhige Reise sondern auch ein ganz anderes Ankommen. Die Sonne neigte sich schon dem Abend zu, als der Zug schließlich in Opatija einrollte. Ich hüpfte auf den Bahnsteig und atmete tief ein: was für eine wunderbare Luft – es duftete bereits nach Meer! Am Bahnhof wuchsen Palmen. Eine Wohltat nach dem vergangenen langen Winter.

Spät abends spazierte ich noch lange auf der Promenade das Meer entlang. Das Wasser war aufgewühlt und die Wellen schlugen an das Ufer. Wasser spritzte und der unwiderstehliche Duft des Meeres lag in der Luft. Opatija liegt am Lungomare, einer Uferpromenade, die 12 Kilometer lang dem Meer folgt. So kann man stundenlang am Wasser spazieren.

11_promenadeDer Weg ist abwechslungsreich, ändert ständig sein Bild, passt sich wunderbar an das Ufer an, führt manchmal durch Wälder und dann wieder vorbei an Villen, Parks oder alten Hotels aus der Zeit der Monarchie.

Am Morgen schien die Sonne bereits in mein Hotelzimmer des zauberhaften <strong>Hotel Bristol</strong>. Ich ging auf den Balkon hinaus und vor mir erstreckte sich das Meer. Die Wasseroberfläche leuchtete in unterschiedlichen Farben. War das Meer am Abend noch aufgewühlt gewesen, so war es nun still und sanft. Diese unendliche Weite…

Wie wunderbar ist es doch in Opatija zu fasten, und dann am Ende der Fastenwoche, wenn es gelungen ist jenen Ballast abzuwerfen, den man nicht mehr mit sich herumtragen möchte, den entstandenen Freiraum gegen die Weite, dieses unendliche Feld an neuen Möglichkeiten und Lebenswegen, zu tauschen. Das Meer ist dabei ein wunderbarer Begleiter…und dann noch die endlosen Spaziergänge dem Meer entlang.

03_palacioGeschwindigkeit – ist sie nicht eines der höchsten Ziele unserer aktuellen Gesellschaft? Doch wie schreibt Thich Nhat Hanh so schön: „In unserer Gesellschaft heißt es: sitz’ nicht einfach nur herum, tu’ etwas! Doch anstatt einfach nur etwas zu tun, ist es besser sich zuerst einmal hinzusetzten.“

Stille, Langsamkeit, Leben im Augenblick – sollen das etwa nur Traumwelten sein; Geschichten von denen die Esoterikabteilungen in den Buchhandlungen voll sind? Oder sollen wir sie auch leben? Ein erster Schritt könnte eine Zugfahrt nach Opatija sein und dort am Ufer der weiten See zu fasten… Leere und Weite – der Stoff aus dem die Träume sind und in der Langsamkeit und dem daraus entstehenden Freiraum eröffnet sich das Leben!

Foto_Gregor_Sieböck_0Ich bin am Ende meiner Fasten für Genießer Tour angelangt. Im Sommer breche ich wieder zu einer großen Reise auf und bin bereit neue Wege zu beschreiten. Ich werde in die weite Welt hinausziehen und ihr könnt die Tour dann auf meiner Homepage <a href=”http://www.globalchange.at” target=”_blank”>www.globalchange.at</a> unter der Rubrik „Sternstunden“ mitverfolgen. Es wird auch erstmals die Gelegenheit geben, abschnittsweise mit zu wandern (Infos findet ihr auf meiner Homepage unter „Wandern mit Gregor“). Zusammen mit OLIVAreisen, einem nachhaltigen Reisebüro der besonderen Art, biete ich Ende Oktober eine zweiwöchige Pilgerwanderung am portugiesischen Jakobsweg an…und dann, ja dann…lasst Euch überraschen! Eins ist gewiss…es werden Touren zu den „Zauberwelten” der Erde.